Samstag, 24. März 2012

Ich habe gehört, Herr Präsident

Und werde zur Not zu gegebener Zeit daran erinnern, was Sie gestern in Ihrer Antrittsrede gesagt haben. Ich zitiere:
"Wir dürfen nicht dulden, dass Menschen den Eindruck haben, sie seien nicht Teil unserer Gesellschaft, weil sie arm, alt oder behindert sind."

So ganz sicher bin ich mir allerdings noch nicht, wie ich den Teil mit "Eindruck haben" verstehen soll. Einen "Eindruck" davon haben, ob man Teil von etwas Ganzem ist oder nicht, kann sicherlich sehr schnell entstehen - auch ungerechtfertigter Weise, ist ja schließlich zutiefst subjektiv - und genau da wird es doch spannend: Ab wann ist der entstandene "Eindruck" nicht mehr hinnehmbar? Wenn ich keine I-Kraft für den Regelkindergarten "finde"? Wenn die Schule nicht barrierefrei ist? Oder wenn ich aufgrund meiner Besonderheit beleidigt werde? Ab wann fühle ich mich nicht mehr als Teil der Gesellschaft - und ab wann ist dieses "Gefühl" nicht mehr zu dulden vom Rest der Gesellschaft?

Ich bin auf die Grenzziehung gespannt... es bleibt spannend :-) Und Dir, lieber Bundespräsident, wünsche ich viel Erfolg im Job und auch ein wenig Spaß an der neuen Arbeit... sollte man schon haben, wenn man in dem Alter noch mal ranklotzt! :-)

Dein Ben.

Kommentare:

  1. Lieber Ben, gut, dass du da so genau hingehört hast. Ich werde mir das auch mal besser merken, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass das ganz schnell in der Realität leere Worte sein können...

    LG,
    Leander

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  2. Sehr gut, Ben !!
    Ich muss leider gestehen, dass ich die Rede vom Herrn Prädident garnicht mitbekommen habe, aber zum Glück hast Du ja prima aufgepasst !!
    LG
    Tatjana(die Mama von André, 15 Jahre mit Down-Syndrom)

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